Wir sind in Kolkata gelandet. Und jetzt sind wir schon zu fünft, da sich der Sepp angeschlossen hat. Er durfte erstmal gute 16 h am Flughafen auf uns warten und war froh, als wir tatsächlich landeten ;)
Die Stadt ist irgendwie hässlichschön oder irgendwie eher weniger...ansehnlich. Der Smog ist dicke (Anfangs hofften wir noch es seien Wolken), die Strassen sind voll, laut, dreckig, schräg, hecktisch...lange werden wir nicht bleiben. Morgen weiter nach Varanasi, das ist dort, wo sich die Hindus im heiligen umkippenden Fluss (dem Ganges) reinigen oder ihre Leichen schwimmen lassen...ja die gehen ab die Inder.
Wenigstens ist es nicht langweilig. Nachdem unsere Reiselust etwas nachlies (JedeR durfte mindestens eine Reisekrankheit durchleiden), kommen wir gerade aus dem Staunen nicht mehr raus und freuen uns immer mehr, das Land zu bereisen. Es ist im übrigen auch nicht mehr so heiss, nur noch 26 Grad, also sehr angenehm.
Indien ist krass und anders. Schon unsere Unterkunft! In dem verwinkelten Haus, wo wir ein erfreulich gutes Zimmer gefunden haben, befinden sich mehrere Hotels, eine Disco und irgendwo dazwischen verschiedene Privatwohnungen...wir haben mindesten 3 Wege gefunden, um übers Dach auf die Strasse zu kommen. Als wir heute dem Victoria Memorial (ein wunderbar imposantes, imperiales Monument mit einer etwas dicklichen Victoria davor) einen Besuch abstatteten, kamen ständig irgendwelche Inder auf uns zu um sich mit uns ablichten zu lassen. Das Tourismusprinzip wurde umgedreht. Es war lustig und wir haben mitgemacht.
...
Das Essen ist grossartig und macht zur Abwechslung auch mal nachhaltig satt.
Liebe Grüsse,
Melinda, Robi, Sepp, fine und Henrik
19.02.2010 * Varanasi
Indien in vollen Zügen genießen! Den Bahnhof von Kolkata mit dem Taxi anzufahren ist anstrengend und langwierig. Sich auf dem Bahnhof zurechtzufinden, ist ein Abenteuer. Eine Million Menschen um uns herum (grob geschätzt), keine Info und weite Wegstrecken brachten uns ganz schön ins schwitzen. Die 12 h im Schlafabteil verbrachten wir nahezu ohne Schlaf, da alle 10 min "CHAI" schreiende Teeverkäufer durch den Zug marschierten, ständig fremde Menschen auf unseren Liegen Platz nahmen oder uns penetranter Uringestank entgegen wehte.
Varanasi ist beeindruckend. Die heiligste Stadt für Hindus, mit einem heiligen Fluss und viele heiligen Kühen. So viel Heiligket hat sogar Robis Notebook reinkarniert. Es funzt jetzt wieder und das ohne ein heiliges Bad im Ganges. So eine Stadt zieht nicht nur westliche Touristen (viele viele Hippis und barfüssige Hare-Krishna-Fans) an, sondern auch Pilger. Die Stadt fesselt. Die Altstadt mit ihren engen und verwinkelten Gassen und den vielen Gerüchen (Gewürze, Essen, Räucherstäbchen, Ausscheidungen uvm.). Die Atmosphäre am Flussufer ist bunt und quirlig. Pilger nehmen ihre sündenbefreienden Bäder, Touristen fahren in überteuerten Booten den Ganges auf- und ab, Tiere plantschen im Wasser (lebendig und weniger lebendig) und nebenan werden die Toten verbrannt. Die sogenannten Verbrennungsstellen sind ein etwas morbide anmutender Besuchermagnet und wo viele Touris sind, da ist auch der Chanellbrillentragende Spendensammler nicht weit (der Geld für nicht existierende Hospize einzutreiben versucht). Für die Verbrennung am heiligen Fluss müssen die Inder ordentlich Geld hinblättern, wer nicht so viel hat, lässt seine toten Familienangehörigen im Elektrorematorium einäschern.
Dass der gemeine Tourist leider kaum in Ruhe am Wasser oder durch die Stadt spazieren kann, ohne alle paar Meter Drogen, Boote, Massagen, Stoffe, Kleidung uvm.angeboten zu bekommen, ist schade. Der gelebte Konsum der ersten Produktreihe erklärt uns die 330.000 Gottheiten (Shiva, Vishnu und Brahma, sowie den vielen Reinkarnationen, Töchtern und Söhnen).
Auch fällt immer wieder der unangenheme Androzentrismus der indischen Gesellschaft auf. Frauen haben hier nicht viel zu melden. Die Tochter einer muslimische Familie, die wir im Zug kennenlernten, erzählte uns, dass ihr Bruder keine Frau haben wollte, da diese Tiere s, kein Spass :(. Männlichkeitsgehabe auch in den engen Strassen von Varanasi. Wir blieben in einem Engpass für mehrere Minuten stecken, da unser Taxifahrer partout nicht einem entgegenkommenden Autofahrer platz machen wollte. Man(n) hat das ganze also ausgesessen, bis sich bereits ein ordentlicher Stau gebildet hat. Da konnten wir nur staunen.
Am Samstag geht es für uns weiter nach Agra, zum Taj Mahal, wo wir am Sonntag ankommen werden. Ab dort wird Gregor (Henriks Bruder) mit uns weitereisen.
so long
fine, robi, m, sepp und henrik
so long
fine, robi, m, sepp und henrik
21.02.2010 * Agra
Volle Züge sind laut. Unsere 2. Nachtfahrt zog sich länger hin als geplant und war lauter als gewünscht. Egal, es war die Letzte, ab jetzt fahren wir nur noch tagsüber und kürzere Strecken. Am Bahnhof in Agra holte uns Gregor (Henriks Bruder) ab, nun sind wir zu 6. unterwegs.
Die meisten Reisebücher empfehlen Agra nicht länger als notwendig zu besuchen. Und das stimmt! Laut, dreckig, voll, hässlich und unangenehme Männerhorden (da möchte Frau nicht alleine Reisen). Also haben wir das was Agra berühmt macht an einem Tag abgearbeitet. Das Taj Mahal und das Rote Fort. Beides äusserst schön. Mehr wollten wir nicht sehen und sind flot wieder weg (auch wenn unser 6 Uhr Zug erst um 11 Uhr eintrudelte).
22.02.2010 * Jodhpur
Wir sind in Rajasthan angekommen. Im Indien für Anfänger. Hier werden wir die nächsten 2,5 Wochen umher reisen. Unsere erste Station ist Jodhpur, eine grosze Perle in der Region. Weniger touristisch und doch touristisches Highlight. Die Altstadt ist bis ins kleinste verwinkelt (damit angreifende Elefantenhorden nicht einfach so die Festung überrennen) und die Häuser sind indigoblau gestrichen (Farbe der Brahmanen und gut gegen Moskitos). Wir schliefen in einem alten, zum Hotel umgebauten Handelshaus, also mit Stil. In der Festung Meherangarh wohnte bis 1943 noch ein Maharaja, heute ist es ein Museum mit beeindruckenden Devotionalien. Ein Ort zum Erholen und das benötigen wir im Moment auch dringend. Die Reisekrankheiten greifen immer wieder um sich. Zeitweise waren fünf von uns sechs betroffen.
Am letzten Abend haben wir uns mit zwei jungen indischen Medizinern, die wir im Zug kennenlernten, zum Essen getroffen. Die beiden wählten den Ort, ein Ressort für die besserbetuchte indische Mittelklasse. Ein Festmahl war das. Davor und danach zeigten Darsteller Zaubertricks, es gab auch Puppenspiel und Begrüssungsgesang mit Tanz...da war viel indischer Kitsch dabei.;)
25.02.2010 * Jaisalmer
Wir sind mitten in der Wüste Thar in der goldenen Stadt Jaisalmer. Morgen reiten wir auf Kamelen raus in die Dünen.
27.02.2010 * Jaisalmer
27.02.2010 * Jaisalmer